Wird nach einem möglichen Kontakt mit Erregern einer Infektionskrankheit vorbeugend eine medikamentöse Behandlung eingeleitet, um eine Ansteckung zu verhindern, dann bezeichnet man dies als Postexpositionsprophylaxe (PEP).
Bei einem möglichen Kontakt mit dem HI-Virus wird empfohlen, vor Ablauf von 24 Stunden mit einer PEP zu beginnen. Die besten Ergebnisse sind innerhalb der ersten zwei Stunden nach Kontakt mit dem Virus zu erwarten.
Je mehr Zeit vergeht, desto geringer sind die Chancen, eine möglicherweise erfolgte Infektion abzuwehren.
Postexpositionsprophylaxe
Verhalten bei beruflich bedingten Nadelstichverletzungen (Merkblatt)
- Bei Nadelstichverletzungen ist ein Ausbluten der Wunde anzustreben.
- Desinfektion der Wunde mit PVP-Jod oder alkoholischen Präparaten.
- Kontaminierte Schleimhäute mit Schleimhaut-Antiseptikum (Augen mit geeigneter Pufferlösung) waschen bzw. spülen.
- Unfallmeldung! / BG-Meldung!
- Eine Klärung der HIV-Serologie des Patienten bzw. des HIV-Krankheitsstadiums (Viruslast) und durchgeführte antiretrovirale Therapien des Patienten sind zu empfehlen. Gleichzeitig sollte die Hepatitisdiagnostik durchgeführt werden.
- Nach dem derzeitigen Wissensstand ist möglichst die sofortige Einleitung einer antiretroviralen Postexpositionsprophylaxe (PEP) anzustreben.
- Da die Medikamente für diese Behandlungen nicht zugelassen sind, muss der Patient darüber und über mögliche Nebenwirkungen umfassend aufgeklärt werden.
Weitere Informationen finden Sie in den Leitlinien der DAIG
Die Therapie sollte möglichst schnell eingeleitet werden. Wenn mehr als 24 Stunden verstrichen sind, sollte Rat von in der PEP erfahrenen Ärzten eingeholt werden. Nach mehr als 72 Stunden kann nach heutigem Wissensstand keine Prophylaxe mehr empfohlen werden. Die Prophylaxe sollte 4 Wochen durchgeführt werden.
Falls das Blut bei der Stichverletzung von einem antiretroviral vorbehandelten HIV-Patienten stammt, sollte umgehend eine HIV-Schwerpunkteinrichtung aufgesucht werden, um eine alternative Postexpositionsprophylaxe zu erwägen, die an eine mögliche Resistenzsituation angepasst ist. Eine Resistenzuntersuchung kann im Einzelfall durchgeführt werden.
Falls das Blut bei der Stichverletzung von einem antiretroviral vorbehandelten HIV-Patienten stammt, sollte umgehend eine HIV-Schwerpunkteinrichtung aufgesucht werden, um eine alternative Postexpositionsprophylaxe zu erwägen, die an eine mögliche Resistenzsituation angepasst ist. Eine Resistenzuntersuchung kann im Einzelfall durchgeführt werden.



